Schwung in den Alltag bringen:

    50 Jahre Sport in Dornbusch

     von Manfred Groetecke

 

Sportlich war’s für den Norden ein gutes Jahr, dieses 1957: Die Fußballer vom HSV wurden deutscher Vizemeister und  beim Handball holte sich der THW Kiel die deutsche  Meisterschaft. Na, und dann gab es schließlich noch ein denkwürdiges Ereignis im beschaulichen Dornbusch: Ein neuer Sportverein „betrat“ das Spielfeld - der SV Dornbusch.

 

In diesen Tagen wird er 50 Jahre alt. Eine bewegte Zeit, das vergangene halbe Jahrhundert. Klar, dass das Jubiläum entsprechend gefeiert wird - vor allem natürlich mit Sportveranstaltungen (Jubiläumsprogramm: Siehe Kasten).

 

Und so fing alles an: Genau am 31. Mai 1957 trafen sich ein halbes Hundert sportbegeisterte Dornbuscher abends im Gasthaus Offe und gründeten ganz offiziell den „Sportverein Dornbusch“ (SVD). Und 31 trugen sich gleich am ersten Abend als Mitglieder ein, von denen zehn noch leben und natürlich weiterhin dem Verein angehören. Der Beitrag wurde damals übrigens auf bescheidene 80 Pfennig für Erwachsene und 30 Pfennig im Monat für Kinder festgelegt, damit sich’s auch jeder leisten konnte – volkstümlich vom ersten Tag an!

 

Zuerst ging es allerdings nur um Fußball. Und das war schon schwierig genug. Zwar hatte der neue Verein gleich zwei komplette Mannschaften, aber keinen Platz. „Gebolzt“ wurde auf einer von Gräben durchzogenen Weide hinter der Schule auf zwei selbstgebastelte Tore. Aber mit der gleichen Leidenschaft, mit der heute die Mitglieder auf gepflegtem Rasen trainieren und spielen.

 

Erst 1962 konnte der reguläre Spielbetrieb in der Kreisklasse aufgenommen werden,  die Punktspiele trugen die Dornbuscher Kicker vorerst auf dem Platz von Germania Drochtersen aus. 1964, sieben Jahre nach der Vereinsgründung, war es dann endlich soweit. Der heutige Platz – der zum großen Teil durch Eigenleistung entstand – war endlich fertig. Das erste Match, ein Freundschaftsspiel gegen den SV Heinbockel, ging allerdings mit 0:2 verloren. Aber, Niederlagen stärken ja bekanntlich die Moral!

 

Die Dornbuscher Kicker hatten übrigens auch nie sonderlichen Respekt vor großen Namen. Ob gegen den FC St. Pauli aus der damaligen Amateuroberliga (1982), ob gegen Bundesligist Fortuna Düsseldorf (1984) oder in einer Kehdinger Auswahl gegen die Spitzenelf von Bayern München (1987) – die Dornbuscher ließen sich auch von Top-Mannschaften nicht den Schneid abkaufen.

 

Zwar ist der Ball rund, wie’s einst so treffend Sepp Herberger formulierte – doch Fußball ist nicht alles. Auch nicht für den SV Dornbusch. Bereits in den Gründerzeiten wurde im Verein Tischtennis gespielt und eine Gymnastikabteilung gegründet. Kein Wunder, dass der SVD 1967 zum zehnjährigen Bestehen bereits 252 Mitglieder zählte, 1977 waren es schon 523.  

 

Und häufig waren die Dornbuscher der Zeit weit voraus. Als bei den meisten Fußballvereinen nichts von kickenden Mädchen und Frauen wissen wollten, wurde in Dornbusch

 

 

bereits Damenfußball gespielt (seit 1973!). Und als noch kein Mensch in Deutschland das Wort „Wellness“ kannte und „Fitness“ ein Fremdwort war, bot der SVD immer mehr Möglichkeiten an, Schwung in den Alltag zu bringen. Weil Sport eben das beste Mittel gegen Stress und Bewegungsmangel ist. Leichtathletik, Mutter-Kind-Turnen, Senioren-Gymnastik, und, und, und... Heute reicht das Sportprogramm von Aerobic bis Volleyball, einschließlich Trendsportarten wie Nordic Walking.

 

Natürlich hat neben dem Sport für Jedermann auch der Gesundheitssport seinen festen Platz im Verein. Seit 1974 können Mitglieder und Nichtmitglieder hier das Sportabzeichen ablegen und seit 1980 kämpfen die Kleinen beim „Flöhe-Sportfest“ im Dreikampf (50-m-Lauf, Weitsprung, Ballwurf) um Punkte. Und die Großen messen sich seit 1991 bei den „Dornbuscher Sommerspielen“ oder beim Kehdinger Sportfest, das bereits seit 41 Jahren zum festen Bestandteil im Dornbuscher Veranstaltungskalender gehört. 

 

Ein besonderes Highlight ist jedes Jahr im Herbst der Insellauf auf Krautsand, mit festem Termin am 3. Oktober, der in Läuferkreisen längst einen guten Ruf hat und von Jahr zu Jahr mehr Aktive aus der nahen und weiten Umgebung anzieht. Er feiert in diesem Jahr ein kleines Jubiläum – das Zehnjährige!

 

Ein halbes Jahrhundert SV Dornbusch - ein halbes Jahrhundert Zeitgeschichte. Nur eins hat sich nicht geändert: damals wie heute lebt der Verein vom Engagement seiner Mitglieder. Genau 353 weibliche und 372 männliche Mitglieder hat er zur Zeit, praktisch jeder zweite Dornbuscher gehört ihm an. Und viele von ihnen sorgen als ehrenamtliche Betreuer und Übungsleiter dafür, dass der aktive Sport seinen festen Platz im Dornbuscher Gemeindeleben hat. Persönlicher Einsatz wurde im SV Dornbusch immer schon groß geschrieben. Und nur weil viele fleißige Hände mithelfen, sind die Beiträge auch weiterhin volkstümlich: Erwachsene zahlen heute 4,50 €uro , Kinder und Jugendliche 2,60 €uro monatlich.

 

Übrigens – bei all dem Sport kommt natürlich auch die Geselligkeit nicht zu kurz: Vom Laternenumzug über Preisskat im Vereinslokal, Weihnachtsfeiern, Radtouren, Bosseln, Flohmärkte reicht das Angebot. Soziales Engagement beweisen Mitglieder beim jährlichen Staudenmarkt zu Gunsten der Kinderkrebshilfe.